Nachbericht: JAX – Die Konferenz für Java, Architektur- und Software-Innovation

Nachbericht: JAX – Die Konferenz für Java, Architektur- und Software-Innovation

Vom 23. – 27. April 2018 fand die JAX, die Konferenz für moderne Java- und Web-Entwicklung, für Software-Architektur und innovative Infrastruktur in Mainz statt. Eine Woche lang drehte sich wieder alles um Themen wie Java Core- und Enterprise-Technologien, JavaScript, Continuous Delivery und DevOps. Unsere Entwickler haben an den spannendsten Sessions teilgenommen.

Don’t do Projects! Die größten Irrtümer rund ums MVP – Jacob Tiedemann

Jacob Tiedemann setzte sich in seinem Vortrag anhand von Beispielen mit den größten Irrtümern rund um das Minimum Viable Product (MVP) auseinander und gab Handlungsempfehlungen für die erfolgreiche Ablösung von Projekten in der Softwareentwicklung durch das MVP und die damit einhergehenden Vorgehensweisen.

Das MVP ist der neue Most Valuable Player in der IT und bedeutet auf deutsch so viel wie ein „minimal funktionsfähiges Produkt“. Der grundlegende Gedanke bei der Erstellung eines MVP ist es, ein Produkt möglichst schnell mit nur den nötigsten Funktionen auf den Markt zu bringen. Anschließend wird zunächst Feedback von (potenziellen) Kunden eingeholt. Dieses Feedback wird im Folgenden genutzt, um das MVP Runde um Runde zu erweitern und zu verbessern.

Start-ups und das Silicon Valley nutzen das MVP bereits erfolgreich, um Produktentwicklungen und Innovationen schneller auf den Markt zu bringen. Nun versuchen vermehrt auch etablierte Unternehmen, das MVP zu adaptieren und tun sich oft schwer damit. Ein großes Hindernis sind hierbei zum Beispiel bestehende Systeme und Prozesse. Denn im Gegensatz zu Start-ups starten solche Unternehmen meist nicht auf grüner Wiese und benötigen deshalb Zeit und Raum, um den MVP-Ansatz zu erproben.

Das sagen unsere Entwickler dazu: Der Vortrag hat uns deutlich gemacht, dass man beim MVP nicht top-down planen kann, weil man nicht weiß wo der ganze Prozess am Ende hinführt. Das Motto lautet: Roadmap statt Pläne. Produktentwicklung ist kein geradliniger Prozess. Deshalb braucht man eine Roadmap, wo man die nächsten Schritte absteckt, die aber im Zeitverlauf immer wieder an die geänderten Anforderungen und Erkenntnisse angepasst werden können. Beispiele wie Twitter (war eine Podcast-Webseite) oder Flickr (sollte ein Multiplayerspiel werden) zeigen: In der Softwareentwicklung weiß man nie, wo die Reise hingeht!

The Art of Coding and Failures – Fernando Cejas

„Learning from your mistakes is key to improving“. Genau darum geht es bei bei Softwareentwicklung: Es geht um eine ständige Weiterentwicklung, die vor allem aus der kontinuierlichen Verbesserung besteht. Der Prozess der Softwareentwicklung ist nicht immer einfach und wird oft von von Fehlern und Ausfällen begleitet. „Failures should always be looked at in a positive way: a lesson learned that should not happen anymore“. Fernando Cejas zeigte in seinem Vortrag, dass Fehler zwar minimiert werden sollten, aber trotzdem immer passieren können. Deshalb kann ein solches Scheitern auch wichtig sein, um aus seinen Fehlern lernen und die Software noch besser verstehen und bessere Software entwickeln zu können.

Das sagen unsere Entwickler dazu: Fernando Cejas ist ein cooler Typ. Durch seine Art war der ganze Vortrag sehr unterhaltsam und spannend. Es hat Spaß gemacht ihm zuzuhören.

Enterprise-Plattformen mit Angular entwickeln – Hessel Bearda, Florian Kittel, Rene Kriest

Wer im Webbereich auf Kundenbedürfnisse eingehen möchte, hat im Versicherungs- und Bankensektor ein Problem: Es fehlt vielfach das hierfür nötige Tooling. Schnell und effizient neue digitale Produkte für das Web zu entwickeln, ist im Enterprise-Bereich eine gewaltige Herausforderung. Verteilte Teams, unterschiedliche Anforderungen, Wartung, Sicherheit, regulatorische Anforderungen, unterschiedliche Designs. Dabei kann man sehr schnell den Überblick und damit auch Geld verlieren, das dann für die wichtigen Dinge fehlt: den Fokus auf die Wertschöpfung für Kunden zu legen.

Die Deutsche Bank AG hat diese Herausforderung technisch gelöst, indem ein Framework entwickelt wurde, das den Kunden und das Feedback in den Fokus der Entwicklung stellt. Das auf Angular setzende Framework dbCORE macht es möglich, neue Produkte rasch und effizient im Web abzubilden. Wie die Speaker damit entwickeln, zeigten sie im Talk, der zu großen Teilen aus Live-Coding bestand.

Das sagen unsere Entwickler dazu: Dieser Talk gab uns einen Einblick in die Architektur der Onlineauftritte der Deutschen Bank und deren Tochterunternehmen. Einige der dort präsentierten Konzepte werden wir zukünftig auch in unseren Anwendungen implementieren.

JUnit 5: The new Testing Framework for Java and Platform for the JVM – Marc Philipp

In der Session von Marc Philipp, Softwareentwickler bei LogMeIn, drehte sich alles um JUnit 5 – Die neuste Version des Frameworks zum Testen von Java-Programmen. Wie der Name verrät, geschehen diese Tests dabei unitweise, also auf Basis einzelner Klassen und Methoden statt ganzer monolithischer Softwareblöcke. JUnit 5 besteht aus den drei Modulen JUnit Platform, JUnit Jupiter und JUnit Vintage.

In seinem Vortrag ging Philipp vor allem auf das Jupiter Modul ein und zeigte anhand von zahlreichen Beispielen, welche neue Funktionen diese Version bietet. Eine neue Funktion hat uns dabei besonders gut gefallen: JUnit 5 bietet die Möglichkeit, mit parametrisierten Tests ein und denselben Test mit unterschiedlichen Parametern durchzuführen. Dadurch müssen die einzelnen Parameter nicht einzeln getestet und auch kein neuer Code für jeden Test geschrieben werden.

Das sagen unsere Entwickler dazu: Dieser Talk gab uns einen umfangreichen Einblick in die neuen Features von JUnit 5 und den Anstoß, diese durch Migration der ersten Tests gleich auszuprobieren.

Die JAX Konferenz war genau wie letzes Jahr eine spannende und informative Veranstaltung. Unser Dank geht an die Speaker, Sponsoren und die Organisatoren der JAX. Wir freuen uns jetzt schon auf das nächste Jahr!